40 Jahre Partikelforschung/40 Years of Particle Research Bern, 11.-13. Februar 2009 Abstract |
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Manana Topadze (Pavia) In diesem Vortrag werden evidentielle Partikel im Georgischen untersucht. Bis heute gibt es keine spezifischen Studien, welche die evidentiellen Partikel im Georgischen insgesamt in Betracht ziehen. In der Fachliteratur sind einige von ihnen im Zusammenhang mit Konjunktionen (Dzidziguri 1973) und Schaltwörtern (Kvachadze 1996, Shanidze 1980) oder im Rahmen der Studien über Modalität (Jorbenadze 1982, Harris 1995) behandelt worden. Die Markierung der Informationsquelle durch evidentielle Partikel wird folgendermassen differenziert: Die aus Wahrnehmungsverben grammatikalisierten Evidentialitätsmarker (z.B. et’q’oba, čans „anscheinend“) verfügen nur über eine inferentiale Lesart, die als Reportativmarker grammatikalisierten verba dicendi nur über eine reportative Lesart. Die evidentielle Partikel turme (angeblich, scheinbar) kann sowohl inferential als auch reportativ interpretiert werden. Dasselbe gilt für die Konjunktionen titkos (als, als ob) und vitom (als, als ob), deren Funktion in der Markierung illusorischer Wahrnehmung bzw. in der Redewiedergabe besteht. Die Kombinierung von evidentiellen Partikeln mit den grammatikalischen Ausdrucksmitteln der Evidentialität ist in bestimmten Fällen möglich, wobei die Abgrenzung zwischen Evidentialität und epistemischer Modalität eine wichtige Rolle spielt. Evidentielle Partikel werden vor allem in der Umgangsprache gebraucht. In der Schriftsprache übernehmen sie eine besondere Rolle: Während die neutrale Information durch Adverbialausdrücke wiedergegeben wird, kennzeichnen reportative Partikel Ironie oder Abstand des Erzählers, indem sie epistemische Nuancen übernehmen. Das Ziel dieses
Beitrages ist es, eine Übersicht über die evidentiellen Partikel im
Georgischen zu geben und anhand konkreter Beispiele ihre Distribution
in verschiedenen Sprachregistern zu überprüfen. Referenzen: Boeder, Winfried (2002): "Speech and thought representation in the Kartvelian (South Caucasian) language". In: Güldemann/von Roncador (eds.): Reported discourse: a meeting ground for different linguistic domains. Amsterdam: 3-48. (= Typological Studies in Language 52).Dzidziguri, Shota (1973): K’avširebi kartul enaši ('Konjunktionen im Georgischen'). Tbilisi. Giacalone, Ramat/Topadze, Manana (2007): "The Coding of Evidentiality: A Comparative Look at Georgian and Italian". Rivista di Linguistica Italiana 19,1, special issue on Evidentiality between lexicon and grammar, ed. by Mario Squartini. Harris, Alice (1995): "Modal Auxiliaries in Georgian". In: Pilologiuri Dziebani (Philologische Forschungen), Tbilisi. Jorbenadze, Besarion (1982): "Deverbal modal elements in Georgian" kartuli sit’q’vis k’ult’uris sak’itxebi X. Tbilisi. Kvachadze, Leo (1996): Kartuli enis sint’aksi ('Syntax der georgischen Sprache'). Tbilisi. Shanidze, Akaki (1980): Kartuli gramat’ik’is sapudzvlebi ('Grundlagen der georgischen Sprache'). Tbilisi. |
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